Der Ärger in der Community ist groß: Mehr und mehr zwingt Facebook seinen Nutzern den hauseigenen Messenger auf. Und noch eine weitere Möglichkeit, diesen Zwang zu umgehen, wurde jetzt gestrichen. Was aber steckt dahinter?

Eine Userin bezeichnet den neuen Zwang im Google Playstore, wo man sich den Facebook-Messenger herunterladen kann, als "nervigen Schrott", eine andere fragt, weshalb man gezwungen werde, die App zu installieren und kommentiert dies mit den Worten: "Heutzutage ist Selbstbestimmung nichts mehr wert :(" Und noch eine andere Userin kommentiert den Zwang vom Mark-Zuckerberg-Unternehmen drastisch so: "Kundenzufriedenheit = Unter aller Sau". Und das sind nur die Kommentare vom heutigen Mittwoch.

Was ist geschehen?

Facebook möchte seinen Messenger weiter stärken (obwohl im Google Playstore für Android-Geräte über eine Milliarde Downloads angezeigt werden) und erlaubt es seinen Usern daher immer weniger, Messages über Facebook selbst zu verschicken - mittlerweile ist das ganz bequem nur noch über die Desktop-Seite möglich. Und wer nutzt schon Facebook lediglich auf seinem heimischen PC? Vor einigen Tagen wurde selbst die Möglichkeit abgeschafft, über die mobile Website des sozialen Netzwerks private Nachrichten zu verschicken. Wenn ich mit meinem Android-Smartphone auf den entsprechenden Button klicke, werde ich automatisch in den Playstore geleitet, wo ich mir den Facebook-Messenger herunterladen kann.

Was will Facebook damit erreichen?

Erst im November 2015 startete Facebook seine Nachrichten-App Notify (mein begeisterter Vorbericht zum US-Launch: Facebook startet News-App Notify) und stellt diese nun, nach sieben Monaten, schon wieder ein. Die Funktionen sollen aber in andere Produkte des Unternehmens übergehen - und genau da kommt der Messenger zum Zuge, wie der Blog Techcrunch berichtet. Künftig sollen News-Publisher wohl über den Messenger die Möglichkeit bekommen, ihre Nachrichten an den Mann und die Frau zu bringen. Laut Facebook-Statement ist die App mit 900 Millionen monatlichen Usern dafür bestens geeignet, mit Notify habe der Konzern aber Erkenntnisse darüber gewinnen können, wie die Menschen derartige Nachrichten-Services nutzen.

Damit aber längst nicht genug. Vor einigen Wochen hat Mark Zuckerberg auch Einblick in seine Zukunftspläne gewährt. Und dabei spielt der Messenger eine zentrale Rolle. Glaubt man dem Facebook-Chef, dann werden wir alle künftig viel, viel mehr mit Messengern unseren Alltag bestreiten, als wir dies heute tun - und dabei nicht mehr nur mit anderen Menschen kommunizieren, sondern mit sogenannten Chat-Bots. Wie Zeit-Online berichtet, könnten wir uns von einem solchen Chatbot beispielsweise beim Schuhkauf beraten lassen. Schöne neue Welt!

Mark Zuckerberg sieht also in dem Messenger ein zentrales Tool seines Facebook-Imperiums. Klar, dass er immer mehr und mehr Nutzer für diese App gewinnen will - notfalls scheinbar auch mit "Zwang". Dass das Unternehmen allerdings nun schon so massiv die User zum Herunterladen der App drängt, zeigt, dass die goldene Messenger-Zukunft aus Sicht von Zuckerberg nicht mehr weit entfernt ist. Ich glaube, ich muss mich nicht weit aus dem Fenster lehnen, wenn ich behaupte, dass Kurz- und Mittelfristig einige News rund um den Messenger - neue Funktionen etc - erscheinen werden.

Meine sozialen Profile:

Wo ich überall im Social Web zu finden bin, steht übrigens hier: Social Networks.

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