2009 wurde die schräge Komödie Hangover über einen völlig aus dem Ruder gelaufenen Junggesellenabschied in Las Vegas zum Hit, spielte bei Produktionskosten von 35 Millionen Doller locker das Zehnfache wieder ein. Es folgte ein zweiter Streifen über die vier Freunde, deren Filmriss dieses Mal in Thailand stattfand. Nun erscheint Teil drei, die macher sprechen von einem epischen Finale der Trilogie. Dabei gibt es dieses Mal gar keinen Filmriss.

Insofern ist Teil drei tatsächlich anders als die Vorgänger, die sich zu sehr ähnelten. Den Machern war nach zahlreichen negativen Kritiken klar, dass sie bei Hangover 3 nicht erneut schlicht vom ersten Erfolgsfilm abkupfern durften. Das taten sie auch nicht. Den Zuschauer erwartet kein Filmriss, kein Tiger im Hotelzimmer und kein im Vollrausch gestochenes Mike-Tyson-Tattoo im Gesicht. Dennoch fügt sich dieser - hoffentlich - letzte Teil sehr gut in die Reihe ein, weil er trotz mäßigen Alkoholkonsums der Charaktere immer wieder Bezug auf die Vorgänger nimmt.

Der immer noch zurückgebliebene Alan (Zach Galifianakis) soll sich nach weiteren Ausrastern und Polizeiermittlungen wegen diversen Irrsinns in eine psychiatrische Behandlung begeben. Seine Freunde Stu (Ed Helms), Phil (Bradley Cooper) und Doug (Justin Bartha) nehmen die lange Autoreise auf sich, um Alan zur Klinik zu bringen. Auf dem Weg machen sie aber Bekanntschaft mit dem Gangster Marshall (John Goodman). Dem wurde vor Jahren - dabei nimmt er Bezug auf Geschehnisse des ersten Hangover-Films - nämlich Geld im Wert von 21 Millionen Dollar gestohlen, das er natürlich zuvor selbst ergaunert hatte. Die Freunde sollen Marshall nun sein Gold wiederbringen, sonst wird er Doug, den er als Geisel nimmt, töten. Und wieso werden gerade die Vier in die Sache hereingezogen? Weil derjenige, der das Gold hat, der kleine Chinese Chow (Ken Jeong) ist, zu dem Alan heimlich immer noch Kontakt hält.

Und Chow alias Ken Jeong ist dann im weiteren Verlauf auch der eigentliche Star des Filmes. Er ist noch schräger drauf als in den ersten Teilen, in denen er zum Beispiel wie von der Tarantel gestochen nackt aus dem Kofferraum eines Autos sprang. Dieses Mal führt er die Freunde hinters Licht, rettet sie später, feiert wild, singt schräg bei einem Karaoke-Wettbewerb und sorgt wohl mit Abstand für die meisten Lacher.

Regisseur Todd Phillips  muss sich dabei den Vorwurf gefallen lassen, dass einige der Gags, die auf Chows Konto gehen, homophoben Ursprung haben. Daran wird und sollte sich aber niemand stören, der tatsächlich für einen Hangover-Film eine Kinokarte löst. Politisch korrekt war keiner der Filme, in Teil eins wie nun in Teil drei gibt es jeweils einen sehr grenzwertigen Witz über Juden und den Holocaust, und niveauvollen Humor darf man hier nicht erwarten. Aber: Die Grenze des guten Geschmacks wird von Regisseur Phillips zwar wieder ausgelotet, aber nie überschritten.

Dennoch: Trotz einiger Neuerungen bleibt dieser ein weiterer Hangover-Film. Er ist sehenswert, lustig, aber nach diesem dritten Teil sind die Macher gut beraten, die Reihe ruhen zu lassen und etwas wirklich ganz Neues auszuprobieren.

Von Stephan Voigt

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