Regisseur J.J. Abrams ist nicht nur für Fernsehserien wie "Lost" und "Alias - Die Agentin" verantwortlich. Er führte Regie beim dritten Mission-Impossible-Streifen, bei der Star-Trek-Neuauflage (2009) und schrieb zahlreiche Drehbücher. Filme macht Abrams seit er Jugendlicher ist. Und genau diese Erfahrung eines jungen Kreativen mit vielen Ideen und wenig Mitteln diese umzusetzen verpackt der Star-Regisseur jetzt in einem sehr persönlichen und stellenweise sogar lustigen Horror-Thriller.

Ein persönlicher Horrorfilm zum Lachen?! Vorweg sei gesagt, dass "Super 8" absolut sehenswert ist und natürlich auch spannende Schockmomente liefert, in denen das Kinopublikum kollektiv zusammenzuckt. Ähnlich wie bei Lost spielt in "Super 8" während der ersten Hälfte des Filmes aber vor allem das Menschliche eine große Rolle: Eine Gruppe Jugendlicher (unter anderem Joel Courtney und Elle Fanning, der ihrer Schwester Dakota in Sachen Talent in kaum etwas nachsteht) möchte einen Zombiefilm für ein Filmfest drehen. Gemeinsam tüfteln sie an Einstellungen, Makeup, Dialogen und Szenen. Die jugendlichen Darsteller - Elle Fanning ist gerade erst 13 Jahre jung - tragen den Film und degradieren die erwachsenen nahezu komplett zu Nebenerscheinungen. Mit den Fünfen kann der Zuschauer lachen, wenn sie neue Szenen ihres No-Budget-Zombiefilmes drehen und in Erinnerungen schwelgen, wenn Joe (Courtney) sich in Alice (Fanning) verliebt.

Als die Jugendlichen eines Nachts neben Bahngleisen drehen, werden sie Zeugen eines schrecklichen Unfalls: Als ein Güterzug vorbei rast fährt ein Auto auf die Gleise und bringt mutwillig den Zug zum entgleisen. Danach ist für die Kinder nichts mehr wie es war. Militär rückt zur Unglücksstelle vor, die örtliche Polizei um Joes Vater (Kyle Chandler) bekommt Anrufe wegen Zerstörungen, vermissten Personen und entlaufenen Hunden und die jungen Filmemacher trauen sich nicht, irgendwem zu berichten, dass sie Zeugen des Vorfalls waren. Welche Fracht wurde in dem Zug transportiert? Wieso kommt es immer wieder zu Stromausfällen? Wohin verschwinden die Hunde und Menschen?

Immer wieder streut Regisseur Abrams die Horrormomente in den Film ein, lässt sich danach aber wieder außergewöhnlich viel Zeit, um die Jugendlichen zu portraitieren, die zwar manchmal selbst-reflektierter reden als manch Erwachsener, bei denen es dem Zuschauer aber trotzdem nicht schwer fällt, in ihnen den jungen J.J. Abrams zu erkennen. Und ähnlich wie bei Abrams Erfolgsserie "Lost", in der das mysteriöse Rauch-Monster für zwahlreiche Tote sorgt, ist "Super 8" in der Zeit am besten, in der man zwar ahnt, dass es ein Monster gibt, es aber nicht sieht.

Abrams gelingt es trotzdem perfekt, die Balance zwischen Portrait, Horror, Thriller, Mysterie und effektreichem Ende zu finden. Und so ist "Super 8" ein runder, nicht nur für Genre-Fans sehenswerter Film geworden.

Von Stephan Voigt

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