Korruption, Mord, Machtspiele und Intrigen - New York wird in "Broken City" als genau das hingestellt: eine kaputte Stadt, in der niemand eine weiße Weste hat. Der Thriller um Ränke in den höchsten politischen Sphären kurz vor der Bürgermeisterwahl hat ein echtes Star-Ensemble zu bieten, kann aber leider trotzdem mit wenig Neuem aufwarten. Schade.

 

Es sind nur noch wenige Tage bis zur Wahl und der Bürgermeister (Russel Crowe) liegt mit seinem Herausforderer Jack Valliant (Barry Pepper) gleichauf. Der Kampf um Amt und Würden wird also schmutzig werden... Aber das ist nicht das einzige Problem des amtierenden Rathauschefs. Er engagiert Billy Taggert (Mark Wahlberg), einen ehemaligen Polizisten, der nun als Privatdetektiv arbeitet. Taggert soll die First-Lady New Yorks (Catherine Zeta-Jones) überwachen, weil der Bürgermeister ahnt, dass sie ihm fremdgeht. Bis zur Wahl will er Beweisfotos. Der Grund: "Die New Yorker haben schon alle zum Bürgermeister gewählt: Weiße, Schwarze, Juden, Schwule. Sie werden aber niemanden wählen, dessen Frau einen anderen fickt!" Klare Worte vom feisten Mayor Hostetler.

Das ist klassischer Stoff für einen Polit-Thriller, den sich Regisseur Allen Hughes ("The Book of Eli", "From Hell") hier vornahm - freundlich ausgedrückt. Klassisch könnte nämlich auch so verstanden werden, dass der Plot schon hunderte Male im Kino zu sehen war. Das stimmt, dennoch gelingt es immer wieder Regisseuren, daraus gute und spannende Filme zu machen. Hughes hingegen versäumt es, dem klassischen Stoff Neues beizumischen. Daher ist schnell vorhersehbar, dass der Bürgermeister den Detektiv wahrscheinlich nicht wirklich engagiert, um seine Frau auszukundschaften. Ebenso wenig überraschend ist, dass der Bürgermeister schmutzige Geschäfte beim Verkauf von Sozialwohnungen macht und die natürlich nicht, wie er immer wieder beteuert, erhalten werden sollen und sein Handeln zum Wohle der Bewohner ist.

Selbst die Charaktere sind langweilig. Billy Taggert ist ein Polizist, der vor sieben Jahren vom Dienst freigestellt wurde, sich nun als Detektiv mehr schlecht als recht sein Geld verdient und - wie hätte es auch anders sein sollen? - Alkoholiker ist. Mark Wahlberg müht sich sichtlich, dieser eindimensionalen Figur etwas Leben einzuhauchen, aber das fällt ihm sichtlich schwer. Catherine Zeta-Jones spielt wieder einmal die unnahbare Schöne und der Polizeichef der Stadt (Jeffrey Wright) ist natürlich auch kein Engel. Einzig Russel Crowe hebt sich etwas ab. Sein Bürgermeister ist zwar - natürlich - auch korrupt und spielt ein falsches Spiel, aber Crowe vermag den Mayor Hostetler überzeugend darzustellen, ihm tatsächlich Charakter und Tiefe zu verleihen.

Dennoch kann von einem Film mit diesem Star-Ensemble mehr erwartet werden, auch wenn Regisseur Hughes es versteht, an den richtigen Stellen die Spannung anzuziehen oder (grobschlächtigen) Humor einzustreuen. Genre-Fans wird der Film gefallen, allerdings wird er zurecht auch schnell wieder in Vergessenheit geraten.

Von Stephan Voigt

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