Lange nackte Frauenbeine stolzieren eine Treppe hoch. Die Schöne greift nach einem großen weißen Plüschhasen, geht zum Bett, in dem ihr Freund und zweifache Weltretter Sam Witwicky liegt. Der wird dann von einem süßen Schmollmund auf zwei langen Beinen geweckt, bekommt den Hasen als Glücksbringer geschenkt, nachdem sich die langen Beine über den im Bett Liegenden gehockt haben. - Wenn ein Film so plump-erotisch beginnt, kann er nur besser werden. Transformers 3 beginnt so und wird besser - viel besser.

Die langen Beine und der Schmollmund gehören Rosie Huntington-Whiteley, 24 Jahre jung, Model und seit Transformers 3 auch Schauspielerin. Sie beerbte im dritten Teil der Roboter-Reihe Megan Fox als Sam Witwickys (Shia LeBeouf) Freundin und Co-Weltretterin, nachdem Fox sich mit Regisseur Micheal Bay und Produzent Steven Spielberg zerstritten und ihre Hollywood-Karriere damit für's Erste auf Eis gelegt hatte. Schade, denn Huntington-Whiteley hat noch weniger schauspielerisches Talent als Fox, weiß dafür als Model aber, wie sie sexy auf ihren langen Beinen durch das Bild laufen und schmollend in die Kamera schauen muss. Viel mehr tut sie in 153 Minuten nicht.

Der Film dreht sich aber sowieso mehr um Sam Witwicky, der sein Studium abgeschlossen hat und jetzt eine erste Arbeitsstelle beim exzentrischen Bruce Brazos (wunderbar: John Malkovich) findet. Ganz nebenbei zieht Unheil auf, weil endlich heraus kommt, wieso die Amerikaner in den 1960er Jahren so schnell zum Mond wollten - ein Raumschiff der Autobots ist dort abgestürzt, inklusive Superroboter Sentinal Prime und einer mächtigen Waffe. Und genau die wollen die bösen Decepticons auf der Erde in ihre Hand bringen, um die guten Autobot-Roboter endlich zu besiegen und die Menschen zu versklaven.

Die Handlung ist nicht wirklich innovativ und komplex schon gar nicht. Dennoch hat Transformers 3 trotz der Spieldauer von 153 Minuten kaum Längen. Im Gegenteil: Der erste Teil ist durch seine Komik sehr kurzweilig, der letzte durch das furiose und actionreiche Ende ebenso. Natürlich bedient Michael Bay mit Rosie Huntington-Whiteley und den zahlreichen schnellen Autos - die sich zwischendurch in außerirdische Kampfroboter verwandeln und die Welt retten beziehungsweise verskalven wollen - Fantasien pubertierender Jungs. Natürlich huldigt Michael Bay in zahlreichen Szenen und mit plumper Helden-Stilisation der ach so glorreichen US-Armee, die sich heldenhaft gegen die Decepticons, deren Anführer Megatron in der Wüste stark an einen Taliban-Warlord erinnert, durchsetzt.

Das alles ist aber egal. Transformers 3 ist Popcornkino at its best. Die Special Effects sind richtungsweisend, die Actionsequenzen bombastisch und die 3D-Optik - Achtung! - noch besser als bei "Avatar: Aufbruch nach Pandora". Michael Bay gelingt mit seinen Transformers ein Kunststück - sie werden von Film zu Film besser. Schade, dass sowohl der Regisseur als auch der Hauptdarsteller Shia LeBeouf mit einem Abschied von den Riesenroboter-Filmen liebäugeln. Bleibt zu hoffen, dass damit nur der Poker um höhere Gagen eingeläutet wird...

Von Stephan Voigt

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren