Noch eine! Es gibt bereits zig Verfilmungen von Alexandre Dumas Roman "Die drei Musketiere". Jetzt kommt noch eine hinzu - von Actionspezialist Paul W.S. Anderson ("Resident Evil", "Alien vs. Predator"). Eine historisch korrekte Umsetzung darf man also nicht erwarten - trotzdem ist diese neue, dreidimensionale Verfilmung eine Enttäuschung.

Der junge D'Artagnan (Logan Lerman) möchte sich den königlichen Musketieren anschließen und reist nach Paris. Dort trifft er allerdings keine Helden sondern drei abgehalfterte Ex-Musketiere (Ray Stevenson, Luke Evans, Mathew Mcfadyan). Es dauert natürlich nicht lange, bis die Vier sich in einem großen Abenteuer befinden und Frankreich retten müssen. Denn die geheimnisvolle Doppelagentin Milady (Milla Jovovich) und Kardinal Richelieu (Christoph Waltz) wollen die junge Königin Anna (Juno Temple) in Misskredit beim König (Freddie Fox) bringen, indem sie ihr eine Affäre zum britischen Herzog von Buckingham (Orlando Bloom) nachsagen. Das würde Frankreich in einen Krieg stürzen und den bösen Kardinal an die Macht bringen, da er sowieso der starke Mann im Land ist.

Um das zu verhindern, müssen die Musketiere zu Wasser und durch die Luft - in riesigen fliegenden Schiffen - reisen, manchen Kampf überstehen und Verschwörungen entdecken. Außerdem gilt es natürlich, eine schöne Frau (Gabriella Wilde) zu retten. Nicht viel Neues also, was dadurch hätte wieder gut gemacht werden können, dass der Film Charme und Witz hat - beides fehlt ihm leider vollkommen.

Einzig Orlando Bloom und Milla Jovovich sieht man an, dass sie Spaß am Dreh hatten und ihre Figuren nicht ganz ernst nehmen. Mit einem Augenzwinkern macht sich der böse Herzog von Buckingham also über die Mode des französischen Königs lustig ("Das war in London auch in. Wie lange ist das her - ein Jahr, zwei Jahre...?") und die Agentin Milady erinnert eher an ein Pinup-Girl, wenn sie kaum bekleidet am französischen Hof gefälschte Liebesbriefe von Buckingham im Gemach der Königin deponiert und sich dabei in bester "Mission Impossible"-Manier vom Dach abseilt.

Derartig humorvolle Momente kommen leider viel zu kurz. Selbst Christoph Waltz kann nicht mehr so überzeugen, wie in "Inglorious Basterds" und "Wasser für die Elefanten", wo er den Wahnsinnigen so unglaublich mitreißend mimen durfte. Und so ist diese 3D-Verfilmung ein weiterer Kostümschinken, der sich leider viel zu ernst nimmt und daher mit seinen 111 Minuten Spieldauer zäh wie ein Kaugummie wird. Bleibt zu hoffen, dass die bereits angedeutete Fortsetzung niemals realisiert wird.

Von Stephan Voigt

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren