Ant-Man ist mittlerweile der 14. Kinofilm aus dem Marvel Cinematic Universe bestehend aus berühmten Comic-Helden wie Iron Man, Hulk und Captain America. Dass der neueste Protagonist eher zu den unbekannteren Superhelden gehört tut der Qualität des Filmes keinen Abbruch. Ant-Man ist zwar ein Winzling, der Film ist aber groß!

Marvel hat mit seinen vielen Comic-Verfilmungen mittlerweile mehrere Milliarden Dollar verdient, das Cinematic Universe des Comicverlages, in dem die verschiedenen Filme aufeinander verweisen und aufbauen, gilt als die erfolgreichste Filmreihe aller Zeiten. Allein der jüngste Avengers-Film spielte fast 1,4 Milliarden Dollar ein. Kein Wunder also, dass Marvel mittlerweile den Mut hat, auch unbekannteren Superhelden wie Ant-Man den Weg auf die Leinwand zu ebnen und dafür auch noch die stolze Summe von 130 Millionen Dollar für die Produktion auszugeben. Ebenso ist es wenig verwunderlich, dass bei derartigen Erfolgen auch große Stars wie Michael Douglas, der mit "Basic Instinct", "The Game" und "Wall Street" Filmgeschichte schrieb, dabei sein wollen, wenn Ant-Man seine Kino-Premiere feiert.

Dabei klingt die Geschichte erst einmal so abgedreht, dass sie selbst im Marvel-Universum, in dem sich grüne Kraftprotze wie Hulk und Menschen mit spinnenartigen Fähigkeiten wie Spiderman tummeln, auffällt. Ein Mann kann mit einem speziellen Anzug schrumpfen, sodass er nur noch so groß wie eine Ameise ist, und rettet mit dieser Fähigkeit die Welt. In diesem Plot offenbart sich aber auch schon die große Chance des Filmes - und die ist eine visuelle. Wenn sich Scott Lang (Paul Rudd) nämlich als Ant-Man schrumpft, wirkt die Welt um ihn herum plötzlich riesig. Und das zu sehen macht auf der großen Kinoleinwand schlicht Spaß.

Besonders beeindruckend ist dabei das erste Schrumpfen, als Scott seinen zuvor gestohlenen Anzug ausprobiert, ohne zu wissen was er dort trägt. Urplötzlich wird er winzig und steht in Ameisengröße in einer Badewanne. Der Verschluss des Abgusses samt Kette wirken gigantisch. Als dann Wasser in die Wanne gelassen wird, beginnt eine wilde Achterbahnfahrt für den Ant-Man, während der er auf der Schallplatte eines DJs landet, danach auf der Tanzfläche zwischen den riesigen Füßen der Tanzenden herumirrt und später von einer riesigen und furchteinflößenden Maus angefaucht wird.

Dass bis dahin Scott Lang als Krimineller gezeigt wird, der seine Frau und Tochter ausgerechnet an einen Polizisten verloren hat und nach seiner Haftentlassung darum kämpft, wieder Kontakt zur Tochter haben zu dürfen, ist ebenso wenig innovativ wie spannend. Schließlich weiß jeder Zuschauer, dass aus dem Loser sehr bald ein Superheld wird und dass er im Laufe des Filmes auch seine Tochter beschützen muss ist vorhersehbar. Aber das verzeiht man Regisseur Peyton Reed gerne, denn der Film strotzt nur so vor dem bekannten Humor der Marvel-Filme und geht sogar so weit, die Superkräfte des eigenen Helden auf die Schippe zu nehmen. Der große Showdown, bei dem Ant-Man gegen den ebenfalls winzigen Yellowjacket (Corey Stoll) kämpft, findet rund um eine elektrische Eisenbahn statt. Dass der Zug, der für die beiden Winzlinge eine todbringende Gefahr darstellt, für Menschen in Normalgröße nicht der Rede wert ist, sorgt im Kinosaal dank geschickter Schnitte für so manchen Lacher.

Dass der Dreh den Akteuren Spaß gemacht hat, merkt man ihnen an. So mag man nicht nur dem Helden, sondern auch den Nebendarstellern Michael Douglas als Scott Langs Mentor Dr. Hank Pym und Evangeline Lilly ("Lost", "Der Hobbit") als dessen Tochter Hope van Dyne gerne zuschauen. Gleiches gilt auch für die vielen weiteren Darsteller, zu denen auch Anthony Mackie gehört, der bereits in anderen Marvel-Filmen den Falcon gespielt hat und als dieser in Ant-Man die Verbindung zum übrigen Marvel-Universum schlägt. Das ist auch nötig, schließlich wird Ant-Man bereits im kommenden Jahr in "Captain America: Civil War" einen weiteren Auftritt haben.

Und darauf kann man sich nach diesem Solo-Debüt schon mächtig freuen. Ant-Man ist zwar ein Kleiner, der Film ist aber - wie bereits erwähnt - groß!

Von Stephan Voigt

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