Ruhrpott-Rapper Ercandize gehört zweifellos seit Jahren zu den profiliertesten Künstlern seines Genres. Schon vor mehr als zehn Jahren setzte er mit seiner Crew ABS Ausrufezeichen. Dennoch wurde ihm der wirkliche kommerzielle Erfolg bislang nicht zuteil. Umso erstaunlicher ist, was Ercan Kocer jetzt abliefert.

"Ihr habt lang genug gewartet, dass ein Album erscheint..." So, wie das erste Kool-Savas-Album könnte auch das von seinem Schützling, dem Sänger Moe Mitchell aus Bremerhaven, beginnen. Seit gefühlten Ewigkeiten wird die Zusammenarbeit von Moe Mitchell als Sänger, dem Rapper Kool Savas, der als Songschreiber fungiert, und Produzentin Melbeatz angekündigt. Jetzt können sich die Fans das Ergebnis endlich zu Gemüte führen. Dabei werden sie sich fragen, was genau sie da hören.

Zehn Jahre ist es nun schon her, dass ein damals unbekannter Rapper aus Detroit mit dem Song „Rap Name“ auf dem Soundtrack zu Eminems Film 8 Mile auf sich aufmerksam machte. Mittlerweile brachte Obie Trice sein drittes Solo-Album heraus – erstmals nicht mehr unter Regie von Mentor Eminem. Und das hört man.

Echter Rap von Anwälten und Werbetextern? Ja, das gibt es! Und ja, dieser Rap ist richtig gut! DCS, ehemals "Die coolen Säue", aus Köln sind nach zwölf Jahren wieder da und veröffentlichen ihr Album "Silber". Und das klingt nach einer gelungenen Mischung aus dem HipHop-Feeling Ende der 1990er, Roey-Marquis-Melodien (obwohl der gar nicht auf der CD zu hören ist) und erwachsenen Texten. Endlich wird Rap-Musik wieder den Prolls entrissen, obwohl einer von denen sogar auf der Platte zu hören ist.

Deutschrap hat seit einigen Jahren ein Problem: Er wird dominiert von Prolls, Geschäftemachern und Rappern, die mehr durch - zugegeben gute - Imagekampagnen, als durch innovative CDs auffallen. Rapper, bei denen man merkt, dass sie mit ihrer Kunst natürlich Geld verdienen wollen, aber mit viel Liebe zur HipHop-Kultur an ihr Werk gehen, gibt es leider kaum noch. Gut, dass es da noch einen Kool Savas gibt, der jetzt sein neues Album "Aura" veröffentlichte - mit einem großen Makel.

Nachdem Rapper Fard mit Mix-CDs und als Feature-Artist bei anderen Künstlern auf sich aufmerksam machte, erschien 2010 mit "Alter Ego" sein erstes Solo-Album. Jetzt folgt schon Longplayer Nummer zwei: "Invictus". Das aktuelle Werk setzt die Abkehr Fards von dem, was ihn bekannt gemacht hat, weiter fort: Statt Battle-Tracks bekommen Fans auf "Invictus" viele Geschichten vom sogenannten Rand der Gesellschaft zu hören. Schade.

Rapper The Game lebt seinen Traum: Er macht Musik mit seinen großen Idolen, ist ein Star, hat Geld. Jetzt brachte er sein mittlerweile viertes Studio-Album auf den Markt. Nachdem Bilder im Internet auftauchten, die Game mit der Produzenten-Legende Dr. Dre im Studio zeigen, wuchs die Erwartungshaltung an The R.E.D. Album ins Unermessliche. Leider nicht zu Recht.

Ein kleiner Jazz-Club irgendwo im Keller, die Menschen sitzen bei Kerzenlicht an kleinen Tischen, auf der Bühne in schummrigem Licht steht eine kleine Band mit einer deutschen Soul- und Blues-Sängerin. Diese Vorstellung kann man haben, wenn man beim Hören des neuen Joy-Denalane-Albums "Maureen" die Augen schließt.

Erste Schritte im Musikgeschäft machte Cassandra Steen bei der Rap-Gruppe Freundeskreis als Gastsängerin, gemeinsam mit Moses Pelham und Martin Haas bildete sie danach die Band Glashaus und wurde einem breiten Publikum bekannt. Es folgte die Trennung von Pelhams Label 3p und ein sensationell erfolgreiches Solo-Album namens "Darum leben wir". Nun erschien ihr dritter Solo-Longplayer "Mir so nah". Und der hat Überraschendes zu bieten.

Diese Seite teilen...