Wer kennt die Sängerin Kaye-Ree? Wohl bislang nur wenige - leider. Die Frankfurterin mit persisch-deutschen Wurzeln veröffentlichte jetzt mit "New Air" ihr bereits zweites Album, das mit seiner Mischung aus Pop, Soul, R&B und Folk ein echtes Ereignis mit Ohrwurmqualitäten ist.

"I'm on a natural high // as high as butterflies", singt Kaye-Ree im Opener ihres Longplayers, "Natural High", und gibt damit gleich die Marschrichtung für die zwölf Anspielstationen vor. So schwerelos-leicht wie ein Schmetterling klingen die meisten Melodien, über die die Frankfurterin von glücklicher und zerbrochener Liebe, von neuen Möglichkeiten sowie vom Leben im Allgemeinen singt. Dass es dafür nicht die ganz großen Gesten braucht, das wird ebenfalls schon im ersten Song deutlich.

Das gesamte Album ist geradezu minimalistisch instrumentalisiert und klingt gerade deshalb so wunderbar mitreißend und faszinierend. Einige wenige Musiker, eine Sängerin mit einer großartigen Stimme - mehr braucht es nicht, um den Hörer eine knappe Stunde auf eine Reise in die Welt von Kaye-Ree mitzunehmen. Dass die Sängerin mit ihrer Stimme auf "New Air" ganz klar im Fokus steht, zeigt auch, dass neben ihr nur zwei weitere Künstler zu hören sind: Faiz Mangat auf dem soften Liebeslied "Trust Me" und der Rapper Metaphysics aus dem Söhne-Mannheims-Umfeld auf "Blessed Life". Dabei unterstreicht die Frankfurterin immer wieder ihr Talent, Ohrwürmer zu produzieren und den Zuhörer ganz schnell zum Mitsingen zu animieren. Bereits nach dem ersten Song von "New Air" hat Kaye-Ree so die volle Aufmerksamkeit.

Das geht so bei den weiteren Liedern weiter und steigert sich bis zum ersten großen Highlight der Scheibe. Der Titeltrack "New Air" ist ein wunderbarer Song über das Gefühl des Aufbruchs nach einer unglücklichen Beziehung: Man fühlt sich wieder frei, sieht die Welt mit anderen Augen, stürzt sich ins Leben. Aber Vorsicht, wer den Refrain einmal gehört hat, dem geht er den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf: "My view has changed // since you've been gone // had to rearrange // and sing a new song". Toll!

Der einzig negative Punkt an dem Longplayer - außer, dass er nach nur zwölf Songs endet - ist, dass nach dem mitreißenden und nach Aufbruch klingenden "New Air" mit "I See You" und "How Do You" zwei Songs folgen, die zu langsam sind, um das Hochgefühl von "New Air" aufrecht zu erhalten.

Doch die leichten, beschwingten Melodien kommen wieder und machen den Longplayer insgesamt zu einem sommerlich klingenden Pop-Album im besten Sinne, das einige echte Perlen zu bieten hat - neben dem Titeltrack ist vor allem "If Love Is Your Weapon" zu nennen. Der Song hätte sich auch auf einem Alicia-Keys-Album befinden können. Ein großer Vergleich? Stimmt - aber Kaye-Ree hält ihm hier mit Leichtigkeit stand.

Von Stephan Voigt

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