Moses Pelham ist ein Phänomen: Er gehört zu denjenigen, die Deutschrap entscheidend geprägt haben, hat Stars wie Sabrina Setlur, Cassandra Steen und Xavier Naidoo entdeckt, hat mit dem Mannheimer Sänger deutschsprachigen R&B quasi aus der Taufe gehoben und ist dennoch der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt. Das mag auch daran liegen, dass Solo-Werke des Frankfurters rar sind - leider, wie "Geteiltes Leid 3" beweist.

Xavier Naidoo und Kool Savas nehmen ein gemeinsames Album auf. Wenn das nicht aufhorchen lässt, was dann? Schließlich gehören der Mannheimer Sänger und der Berliner Rapper zu den jeweils Besten ihres Faches. Doch vorsicht: In den USA war ein ähnliches Projekt namens "Best of both Worlds" von Sänger R. Kelly und Rapper Jay-Z hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Als 1997 die Freundeskreis-Single "A-N-N-A" zum zweiten Mal veröffentlicht wurde und dann endlich einschlug wie eine Bombe, wurde Rapper Max Herre schlagartig zum Star. Es folgte ein weiteres Album mit dem Freundeskreis, danach war Funkstille. Herre verlegte sich aufs produzieren - unter anderem für seine Frau Joy Denalane - und kam erst Jahre später mit einem eigenen Soloalbum zurück. Jetzt erschien sein dritter Longplayer und der ist mehr Rap als man erwarten durfte.

Ruhrpott-Rapper Ercandize gehört zweifellos seit Jahren zu den profiliertesten Künstlern seines Genres. Schon vor mehr als zehn Jahren setzte er mit seiner Crew ABS Ausrufezeichen. Dennoch wurde ihm der wirkliche kommerzielle Erfolg bislang nicht zuteil. Umso erstaunlicher ist, was Ercan Kocer jetzt abliefert.

Zehn Jahre ist es nun schon her, dass ein damals unbekannter Rapper aus Detroit mit dem Song „Rap Name“ auf dem Soundtrack zu Eminems Film 8 Mile auf sich aufmerksam machte. Mittlerweile brachte Obie Trice sein drittes Solo-Album heraus – erstmals nicht mehr unter Regie von Mentor Eminem. Und das hört man.

Echter Rap von Anwälten und Werbetextern? Ja, das gibt es! Und ja, dieser Rap ist richtig gut! DCS, ehemals "Die coolen Säue", aus Köln sind nach zwölf Jahren wieder da und veröffentlichen ihr Album "Silber". Und das klingt nach einer gelungenen Mischung aus dem HipHop-Feeling Ende der 1990er, Roey-Marquis-Melodien (obwohl der gar nicht auf der CD zu hören ist) und erwachsenen Texten. Endlich wird Rap-Musik wieder den Prolls entrissen, obwohl einer von denen sogar auf der Platte zu hören ist.

Deutschrap hat seit einigen Jahren ein Problem: Er wird dominiert von Prolls, Geschäftemachern und Rappern, die mehr durch - zugegeben gute - Imagekampagnen, als durch innovative CDs auffallen. Rapper, bei denen man merkt, dass sie mit ihrer Kunst natürlich Geld verdienen wollen, aber mit viel Liebe zur HipHop-Kultur an ihr Werk gehen, gibt es leider kaum noch. Gut, dass es da noch einen Kool Savas gibt, der jetzt sein neues Album "Aura" veröffentlichte - mit einem großen Makel.

Nachdem Rapper Fard mit Mix-CDs und als Feature-Artist bei anderen Künstlern auf sich aufmerksam machte, erschien 2010 mit "Alter Ego" sein erstes Solo-Album. Jetzt folgt schon Longplayer Nummer zwei: "Invictus". Das aktuelle Werk setzt die Abkehr Fards von dem, was ihn bekannt gemacht hat, weiter fort: Statt Battle-Tracks bekommen Fans auf "Invictus" viele Geschichten vom sogenannten Rand der Gesellschaft zu hören. Schade.

Rapper The Game lebt seinen Traum: Er macht Musik mit seinen großen Idolen, ist ein Star, hat Geld. Jetzt brachte er sein mittlerweile viertes Studio-Album auf den Markt. Nachdem Bilder im Internet auftauchten, die Game mit der Produzenten-Legende Dr. Dre im Studio zeigen, wuchs die Erwartungshaltung an The R.E.D. Album ins Unermessliche. Leider nicht zu Recht.

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